Schiedsrichterausbildung

Zur Übersicht über die Schiedsrichter-Anwärterlehrgänge der Kreise

Wie werde ich Schiedsrichter?

Ab dem 14. Lebensjahr, bei nachgewiesener körperlicher und geistiger Reife auch schon ab dem 12. Lebensjahr, kann jeder, ob Frau oder Mann, ob Mädchen oder Junge, Schiedsrichter werden. Neben der sportlichen Betätigung bietet das Hobby des Fußballschiedsrichters die Möglichkeit, andere Menschen kennen zu lernen und seinen Freundeskreis zu erweitern. Da man als Schiedsrichter Mitglied eines Fußballvereins sein bzw. werden muss, nimmt man natürlich auch aktiv am Vereinsleben teil. Zudem genießt man mit dem Schiedsrichterausweis kostenlosen Eintritt zu allen Fußballspielen von der Kreisliga bis hin zur 1. Bundesliga und Europa-Pokal.

Die Laufbahn eines Schiedsrichters beginnt mit einem Anwärter-Lehrgang im Kreis. An zwei bis drei Samstagen treffen sich die interessierten Sportler, um das Regelwerk des Fußballes vom Aufbau des Platzes bis zu den Vergehen, die zu einem direktem Freistoß oder Strafstoß führen, kennen zu lernen. Hiefür sind insgesamt etwa 14 Stunden Theorie zu veranschlagen. Am Ende des Lehrgangs steht eine kleine Regelprüfung. Die Teilnahme am Lehrgang ist im Übrigen kostenfrei.

Mit dem theoretischen Wissen ausgerüstet, beginnt man als geprüfter Schiedsrichter erste Erfahrungen aufgrund von Spielleitungen im Junioren- und unteren Herrenbereich zu sammeln. Dass man als Schiedsrichterneuling in den ersten Spielen öfters den einen oder anderen Fehler macht, ist nur verständlich. Welcher Fußballspieler hat in jungen Jahren nicht auch erst trainieren müssen, um einen Ball sicher mit dem Fuß anzunehmen, um ihn dann mit Effet in den Winkel des Tores zu schießen. Hierfür bringen zumeist auch die Zuschauer Verständnis auf.

Als sog. "Jungschiedsrichter" (bis zum achtzehnten Lebensjahr) kann man sich bei den Fußballspielen der Juniorenmannschaften sein Taschengeld aufbessern. Besonders beliebt sind bei den jungen Kameraden auch die Einsätze als Schiedsrichter-Assistent an der Linie. Hierbei fährt man mit einem älteren Schiedsrichterkameraden mit und sammelt so frühzeitig wichtige Erfahrungen für die weitere Schiedsrichterkarriere. Hat man einmal das Alter von achtzehn Jahren erreicht, erhält man auch Ansetzungen für Spiele zwischen Seniorenmannschaften in den verschiedenen Kreisligen. Für jedes Spiel, das man leitet, erhält man im Amateurbereich Spesen und Fahrtkosten-Ersatz.

Wie komme ich in höhere Klassen?

Bei guter Leistung auf Kreisebene wird der nächste Schritt in der „Karriere“ eines Schiedsrichters vom Schiedsrichterausschuss des Kreises bestimmt, der die Leistung des Schiedsrichters an den Verband weiter meldet. Hier kommt der Schiedsrichter nach bestandener Leistungsprüfung auf die Verbandsschiedsrichterliste. Um nun von der Bezirksliga in die höheren Spielklassen der Landes-, Verbands-, Oberliga- und Regionalliga aufzusteigen, absolviert er jährlich mindestens eine Leistungsprüfung mit einen theoretischen und praktischen Teil.

Da zwar die Theorie wichtig ist, der Schiedsrichter seine Entscheidungen aber auf dem Sportplatz trifft, wird er in der Bezirksliga regelmäßig beobachtet. Das heißt, von nun an steht ein neutraler Beobachter bei seinen Spielleitungen am Spielfeldrand, der ihn anhand eines Beobachtungsbogens beurteilt. Dieser Bogen umfasst neben dem Auftreten und Verhalten des Schiedsrichters auch sein Laufvermögen sowie die Auslegung und Anwendung der Spielregeln.

Letztendlich ist für das Vorwärtskommen jeder Schiedsrichter selbst verantwortlich. Es zählt nur die Leistung. Und wer hat nicht einmal das Ziel, beim Bundesligaspiel Borussia Dortmund gegen Bayern München im ausverkauften Westfalenstadion auf dem Rasen zu stehen und das Spiel anzupfeifen?

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